Lebensmittel retten – und die Welt gleich mit

Die wenigsten von uns würden wohl einfach 300 Euro aus der Geldbörse nehmen und sie in den Müll werfen, oder? Wahrscheinlich nicht. Doch genau so geschieht es leider Jahr für Jahr in Österreich: Pro Haushalt landen im Schnitt Lebensmittel im Wert von 300 Euro pro Jahr im Mist und das obwohl sie noch problemlos verzehrt werden könnten. Viel zu schade oder?

Wir möchten uns heute damit befassen, wieso wir so viele gute Produkte entsorgen, weshalb das oft gar nicht nötig ist und was du dagegen tun kannst - das alles erfährst du in diesem Artikel.

Wo landen die meisten Lebensmittel im Müll und warum?

Unter den 43 Kilogramm, die jährlich pro Haushalt entsorgt werden, machen Brot- und Backwaren den größten Teil aus. Dicht gefolgt von Obst und Gemüse. Dabei sind die Lebensmittel oftmals noch einwandfrei, oft sogar originalverpackt.

Experten schätzen, dass so Jahr für Jahr 157.000 Tonnen Lebensmittelabfälle entstehen, die vermeidbar sind. Würden wir die Produkte einfach essen, anstatt sie wegzuschmeißen, würden wir eine Menge Müll und vermutlich auch Geld einsparen. 

Es sind aber nicht nur Privathaushalte, die Unmengen an Lebensmitteln entsorgen. Auch in der Gastronomie werden immerhin 12 Prozent aller gekauften Produkte entsorgt. Auch hier gilt: Oftmals sind die Speisen noch einwandfrei.

Im europäischen Vergleich stehen wir in Österreich noch ganz gut da. Die Niederlande sind in Sachen Lebensmittelverschwendung der Spitzenreiter: Schätzungen aus dem Jahr 2010 ergaben, dass hier pro Person 541 Kilogramm Lebensmittelabfälle jährlich auf dem Müll landen. Wir möchten genauer wissen, woran das eigentlich liegt und fragen uns:

Wieso landen so viele Lebensmittel auf dem Müll?

Die Statistiken zeigen ganz klar, dass hauptsächlich Lebensmittel auf dem Müll landen, die noch gut sind. Doch wieso ist das so? In der Gastronomie und im Handel gelten sehr strenge Gesetze für den Umgang mit Lebensmitteln.

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht, dürfen Produkte laut dem Gesetz nicht mehr verkauft beziehungsweise verwendet werden. Unabhängig davon, ob sie noch gut sind oder nicht. Vor allem in Supermärkten müssen deshalb viele Lebensmittel entsorgt werden.

In Privathaushalten ist die Lebensmittelverschwendung ein noch größeres Problem. Oftmals ist auch hier das Mindesthaltbarkeitsdatum der ausschlaggebende Grund für die Entsorgung. Die Menschen befürchten, das Produkt sei nicht mehr gut.

Deshalb gibt es schon lange eine Diskussion um das Ablaufdatum. Sehr viele Lebensmittel sind noch deutlich länger gut. Obwohl schon länger eine Reform gefordert wird, ist bislang nichts in diese Richtung geplant. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher nicht wissen, was sie mit einem Produkt anfangen sollen. Die Zubereitung stellt sich als zu aufwendig heraus oder es fehlen weitere Komponenten für ein leckeres Gericht. 

Es scheint so, als wäre die fehlende Planung beim Einkauf ein Faktor. Im Supermarkt werden einfach verschiedene Produkte gekauft – wann und wie diese im Anschluss verzehrt werden, wird erst später thematisiert. Ein Wochenplan für deinen Einkauf kann hier bereits Geld und Lebensmittelverschwendung einsparen :).

Warum sollten wir achtsamer mit Lebensmitteln umgehen? 

Dass wir unseren Umgang mit Lebensmitteln grundlegend überdenken sollten, ist sicher den Menschen bewusst. An der Umsetzung hapert es aber noch.

In vielen Ländern leiden die Menschen Hunger und haben einfach nicht genug Nahrung, während unsere Lebensmittelverschwendung immer weiter zunimmt. Zudem schädigen die großen Mengen an Müll unser Umwelt immer mehr. 

Wem diese Gründe noch nicht reichen, der sollte auch den finanziellen Aspekt berücksichtigen: Wäre es nicht besser, die 300 Euro in einen schönen Urlaub zu investieren?

4 Tipps, wie Du selbst Lebensmittelverschwendung vermeiden kannst

Damit dir dieser Artikel wirklich weiterhilft, wollten wir dir nicht nur Statistiken und Fakten um die Ohren hauen. In diesem Kapitel präsentieren wir dir drei hilfreiche Tipps, mit denen du Lebensmittel retten kannst.

1. Plane deinen Einkauf

Überlege dir bevor du einkaufen gehst, welche Gerichte du kochen möchtest und was du dafür brauchst. Schreibe eine Einkaufsliste und kaufe auch wirklich nur die Produkte von dem Zettel ein. So vermeidest du zu umfangreiche Einkäufe und schonst auch noch deinen Geldbeutel. Du könntest zudem in einem Unverpacktläden in Österreich einkaufen: Hier kannst du Produkte in den Mengen kaufen, die du auch konsumierst ohne auf vorabgepackte Mengen zurückgreifen zu müssen. Meist benötigst du in diesen Läden eigene Gefäße - nicht vergessen. 

2. Kontrolliere regelmäßig die Haltbarkeitsdaten 

Prüfe regelmäßig die Lebensmittel in deinem Kühlschrank und deiner Vorratskammer. Nähert sich ein Produkt dem Ablaufdatum, solltest du es zeitnah verwenden, bevor es schlecht wird. So rettest du Lebensmittel und trägst auch einen Teil zur Müllvermeidung bei.

3. Achte auf die Lagerung von Lebensmitteln 

Oft ist Menschen nicht bewusst, wie Lebensmittel optimal gelagert werden. Das trägt dazu bei, dass viele Produkte verderben und weggeschmissen werden müssen. Damit dir das nicht passiert, solltest du die Anweisungen auf der Verpackung beachten oder dich über die optimale Lagerung informieren.

4. Nutze Apps wie Too Good To Go

Viele Händler und Restaurants haben lange Zeit nach Alternativen gesucht, Lebensmittel und Speisen nach Geschäftsschluss einfach zu entsorgen. Inzwischen gibt es viele verschiedene Konzepte – eines davon ist Too Good To Go

Wer Produkte und ganze Gerichte übrig hat, kann sich hier registrieren und diese zu einem vergünstigten Preis zur Abholung anbieten. Lade dir die App einfach auf dein Handy und schaue regelmäßig rein, ob Lokale und Geschäfte in deiner Nähe etwas anbieten.

Der Trend des Foodsharing hat auch schon lange die sozialen Medien erreicht: Auf Facebook und Co. gibt es verschiedene Gruppen, in denen zu viel Gekochtes oder Eingekauftes angeboten oder verschenkt werden. Zu den größten Gruppen gehören:

> Foodsharing Wien> FoodSharing & FoodCoops Salzburg> Foodsharing Innsbruck und Umgebung

Lebensmittel retten in Österreich? Gar nicht mal so schwer

Anstatt so viele Lebensmittel einfach wegzuschmeißen, wäre es doch schön, verstärkt auf das Teilen zu setzen. Viele Restaurants und Cafés bieten Produkte gegen Abend oftmals vergünstigt oder über Apps wie Too Good To Go an. Sie müssen weniger entsorgen und du bekommst ein leckeres Abendbrot zu einem vergünstigten Preis.

Auch in deinem Alltag gibt es gute und einfache Alternativen: Mit einer guten Planung und optimalen Lagerung deiner Einkäufe, gelingt es dir kinderleicht, weniger Müll zu produzieren. 

 

 

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